Der Dozenten-Knigge | Das erwarten Dozenten von dir

von

Nach dem Post über Dozenten allgemein, geht es heute weiter mit diesem leidigen Thema: Der Umgang mit Dozenten ist nicht gerade einfach. Da gibt es viele Fettnäpfchen, in die man treten kann und Situationen, in denen man einfach nicht weiß, wie man sich als Student dem Endgegner Dozent gegenüber zu verhalten hat.

Deshalb möchte ich ein bisschen Licht ins Dunkeln bringen und dir einige Tipps an die Hand geben, wie Du mit wenig Aufwand einen guten und sicheren Eindruck beim Dozenten hinterlässt.

Genereller Umgang

Prinzipiell solltest Du dir eine Sache immer klar machen: Ich weiß, dass man es nicht allen von ihnen sofort ansieht, aber ich habe mir sagen lassen, dass Dozenten auch nur Menschen sind. Wahnsinn, oder?! Absolut! Also behandele sie auch so.
Ja, diese Art von Mensch kann angsteinflößend sein. Zu dieser Gattung gehören aber nicht nur Dozenten, das kann auch der Chef, der Nachbar oder Mutti sein.

Für alle gilt das Gleiche: Sprich sie mit dem höchsten Titel an. Steht also Prof. Dr. Müller vor dir, heißt es „Hallo Herr Professor Müller“. Bei einer Dame entsprechend „Frau Professorin Müller“.
Du wirst schnell merken, wie tief der Stock im Hintern deines Dozenten steckt, bzw. ob er auf seinen Titel besteht oder nicht. Dann kann man ihn weglassen. Aber lieber erst vorsichtig herantasten.

Herantasten ist ein gutes Stichwort, denn die Dozenten sind eine sehr heterogene Masse. Manche sind eher locker und plauschen gern mit ihren Studenten, andere laben sich eher in ihrer Autorität. Die meisten jedoch sind sich durchaus bewusst, dass man als Lehrender an einer Universität durchaus Umgang mit Studenten hat.

In der Email

Auch hier gelten die oben genannten Ansprache-Regeln. Trotzdem sollte man sich nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen, wie jetzt diese Email an den Dozenten auszusehen hat. Der Tipp, den ich jedem ans Herz legen kann: Chill!

Wie oft saß ich stundenlang an einer Dozenten-Mail, habe meinen Freund noch einmal drüber gucken lassen, damit auch alles passt, und am Ende kam eine Antwort von Herrn Prof. Dr. Müller:

„Geht klar!“.

Mehr nicht. Ist es denn zu fassen? Ich spreche den ollen Sack mit „Sehr geehrter“ an und ich bekomme nicht einmal eine Begrüßung? Jap, so kann es auch gehen. Letztendlich ist es im Email-Verkehr einfach wichtig, nicht der Schnoddrigste in der Unterhaltung zu sein. Schon hast Du einen Pluspunkt. Oder bist zumindest nicht negativ aufgefallen.

Letztendlich sind es nämlich die kleinen und einfachen Sachen, die Eindruck machen. Konkreter Betreff, Begrüßung, klarer Inhalt ohne viele Rechtschreibfehler und ein freundlicher Gruß am Ende. Fertig.

Wie genau eine Email an den Dozenten aussehen sollte, erklärt Prof. Frank von der Uni Kassel auch in seinem Email-Knigge. Schaut dort unbedingt mal rein!

Im Hörsaal

Im Hörsaal passiert es schon schneller, dass man negativ auffällt. Aber auch hier lässt die Heterogenität grüßen. Denn da gibt es die Dozenten, die Laptops und Handys in ihren Veranstaltungen verbieten und diejenigen, die fragen, warum man diese prüfungsrelevante Folie denn bitte nicht mit seinem Smartphone abfotografiert. Du verstehst die Krux an der Sache?
Ich bin ein großer Fan von digitalen Mitschriften, d.h. aber auch, dass ich viel auf meinen Laptop starre. Daher bemühe ich mich immer sehr, aufmerksam und interessiert drein zu blicken. Das kann ich gut.
Was allerdings bei den meisten Dozenten einfach gar nicht geht, ist ein dauerhaftes Hypnotisieren deines Handys. In großen Gruppen mag man damit untergehen (und selbst da wäre ich mir nicht zu sicher), aber in kleinen Seminaren ist das wirklich ein No-Go. Selbst wenn der Dozent nichts sagt, auf der Beliebtheitsliste steigst Du damit nicht.

In der Sprechstunde

Die Sprechstunde ist überhaupt das Gruseligste, was es im Uni-Alltag gibt. Spätestens allerdings wenn eine Hausarbeit oder die Bachelorarbeit ansteht, bist Du dran. Aber über die Jahre habe ich mir so einige Tipps & Tricks angeeignet, mit denen der Besuch letztendlich gar nicht soooo schlimm wird.

Terminabsprache
Wenn Du es – wie ich – überhaupt nicht leiden kannst, ja es vor Aufregung auch gar nicht durchhalten kannst, eine unbestimmte Zeit in der elend langen Studenten-Schlange vor dem Dozentenbüro zu warten, dann lass es! Da man davon ausgehen kann, dass der Dozent nicht nur diese 1,5 Stunden wöchentlich in seinem Büro sitzt, sondern auch außerhalb der Sprechzeiten seinen Stuhl warm hält, frage per Mail nach einem Termin außerhalb der Sprechstunden!
Die beste Ausrede ist immer, dass Du armer Student doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eine Pflicht-Veranstaltung hast. Ich persönlich mache das immer so, weil ich vor solchen Terminen einfach ein Nervenbündel bin. Das gilt auch bei sämtlichen anderen Beratungsangeboten an der Uni.

Vorbereitung
Besonders wenn der Dozent sich außerhalb der Sprechstunden Zeit für dich nimmt, sei vorbereitet. Nichts ist peinlicher als da zu sitzen und nichts zu sagen zu haben, weil einem die Fragen gerade – upps! – entfallen sind.
Mache dir also unbedingt Notizen vorher. Das muss nun wirklich kein ordentlich bemalter Zettel sein, ein Sticky Note reicht aus. Der Dozent sieht, dass Du dir Gedanken gemacht hast und schon bist Du nicht mehr der 100. dämliche Student, den er heute sieht.

Ich hatte letztens ein Beratungsgespräch bei einem Dozenten von mir, der völlig hin und weg war, dass ich mich auf das Gespräch vorbereitet hatte. Schon hatte ich einen Stein im Brett. Aber das zeigt, dass sich scheinbar kaum ein Student auf so etwas vorbereitet.
Spickzettel konntest Du doch in der Schule sicherlich wunderbar schreiben, oder!? Nutze dein Talent und zeig dem Dozenten ausnahmsweise mal, was Du dir so überlegt hast.

Zusammenfassung

  • Sprich im Zweifel den Dozenten immer mit dem höchsten Titel an.
  • Bleib cool im Email-Verkehr: Sei nicht der schnoddrigste in der Unterhaltung.
  • Mache dir die Situation in der Sprechstunde so angenehm wie möglich und hinterlasse gleichzeitig einen guten Eindruck.
  • Individuelle Terminabsprache und Vorbereitung mit Stift und Zettel wirken Wunder.

Fällt dir der Umgang mit Dozenten leicht?

Wenn Du noch weitere Fragen zum Umgang mit Dozenten hast, frag mich gern hier oder über meine anderen Social Media Kanäle!

– missmoere

0
3 Responses
  • Cristin S.
    Juli 19, 2016

    Super Artikel. Ich habe bis jetzt noch keine Probleme im Umgang mit Dozenten gehabt. 🙂 Das mit den kurzen Antworten in der Email kenne ich auch, aber ich muss persönlich sagen, dass ich mir nen mega Kopf gemacht habe, wie ich meine Mail an den Dozenten formuliere. Das mit dem Titel in der Anrede habe ich von Anfang an gemacht, sicher ist sicher. ^^

    Liebe Grüße,

    Cristin

    • Cristin S.
      Juli 19, 2016

      Da fehlt ein "nie", also dass ich mir nie nen mega Kopf mache 🙂

    • moere
      Juli 20, 2016

      Danke dir (:

      Voll gut, wenn du noch keine Probleme hattest! Bist du denn allgemein zufrieden mit deinen Dozenten?

Hinterlasse einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: