Meine Haarfärbe-Routine für rote Haare

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Nach über 10 Jahren Haarfärbe-Historie, kann ich von mir behaupten, dass langsam Routine im Farbe-in-die-Haare-schmieren eingekehrt ist. Wobei ich zugeben muss, dass die ersten Jahre Mama das übernommen hat. Trotzdem war es immer Rot. Rote Farbe und mittlerweile auch rote Tönung. Aber dazu später mehr.

Von meiner sagenumwobenen Haarfärbe-Historie habe ich dir ja schon berichtet, jetzt geht es um meine derzeitige Haarfärbe-Routine, mit der ich momentan äußerst zufrieden bin.

Um wirklich jeden minimalen Ansatz zu verhindern, müsste ich eigentlich alle zwei Wochen färben, aber das macht weder mir noch meinen Haaren Spaß. Deswegen habe ich mich in einem ungefähren 4-Wochen-Rhythmus eingependelt – ein Kompromiss zwischen Ansatz und Haarschonung. Soweit man das beim Färben überhaupt sagen kann.
Ich färbe also selbst. Mittlerweile mit der Farbe 35 aus der Live Color XXL Reihe von Schwarzkopf. Das ist das knalligste Rot, was man eben in der Drogerie findet.

Vorbereitungen

Vor dem Färben stelle ich mir folgende Utensilien bereit:
Kleine Schüssel | Da ich meine Haarfarbe nicht direkt aus der Flasche auftrage, muss sie ja irgendwo zwischengelagert werden. Ich habe eine alte Schüssel zweckentfremdet, die ich eh nicht mehr zum Kochen o.ä. genutzt habe. Jetzt ist es mein Haarfarben-Schüsselchen.

Einmalhandschuhe | Und zwar bloß nicht die, die bei Haarfarben immer dabei sind. Die Dinger sind eine Katastrophe. Sie halten nicht, sind zu unförmig – wer bitte hat Hände für solche Dinger? – deswegen nehme ich einfache Einmalhandschuhe von Aldi (oder jedem anderen Laden, der auch Putzmittel führt).

Färbepinsel | Leider kann ich euch da überhaupt nicht weiter helfen, weil mein Färbepinsel schon meine Mutter benutzt hat, d.h. das Ding hat so ca. 15 Jahre auf dem Buckel. So wie ich aber meine Mutter kenne, ist das einmal einer vom Friseurbedarf und Du siehst – Zack! Jahrzehntelang Ruhe.
(Ich hab mir da gar keine Gedanken drum gemacht, aber das Ding ist ja echt steinalt – hat mich selbst überrascht, weil funktioniert noch)

 

Kamm | Um einzelne Strähnen abzutrennen verwende ich einen Kamm. Der sollte nicht allzu fein sein, denn wenn erstmal Farbe in den Haaren ist, sind sie plötzlich doch etwas störrischer als gewöhnlich.

Färbe-Shirt | Ich empfehle zum Färben einfach ein T-Shirt zu opfern, das Du immer wieder zum Färben anziehen kannst.
Anfangs habe ich es mit einem Handtuch um die Schultern probiert, aber letztendlich war ich mehr damit beschäftigt, das Handtuch zurecht zu zupfen als mit dem Akt des Färbens. T-Shirts sitzen, schützen, fertig.


Teppiche(?) retten
| Passt nicht ganz zu Utensilien, ist aber trotzdem essentiell für mich! Solltest Du normalerweise auf einem Teppich stehen, wenn Du vor dem Spiegel hängst – räum ihn besser weg. So sehr ich persönlich auch aufpasse, ich tropfe immer.

Haarfarbe | Offensichtlicher geht’s nicht, aber der Vollständigkeit wegen muss auch das erwähnt werden.

Das Färben

Wenn ich also alles zusammengesucht habe, geht’s los mit Färben.

Schritt 1 | Farbe vorbereiten
Wie oben schon erwähnt, arbeite ich nicht mit der Farbe direkt aus der Falsche. Trotzdem mische ich beide Zutaten in der Flasche. So lässt es sich eben einfacher vermengen – schütteln bis es homogen wird. Nach ausreichendem Schütteln, gebe ich nach und nach in kleinen Mengen die Farbe in mein Schüsselchen.

Schritt 2 | Farbe auf den Kopf
Als allererstes mache ich mir einen Zopf und pinsel zunächst rundherum die Ränder ein. So brauche ich mir im weiteren Verlauf keine Sorgen mehr um die Konturen machen.
Danach mache ich den Zopf wieder auf, trenne das komplette Haare in Höhe meines normalen Scheitels und mache auf der einen Seite wieder ein Zopf – ein bisschen wie eine halbe Pipi Langstrumpf. Auf der offenen Seite teile ich nach und nach ca. 1-1,5 cm breite Strähnen ab und schmiere mir da immer Farbe auf den Ansatz. Das geht solange bis ich am Ohr angekommen bin. Das Ganze mit dem Zopf und dem Abteilen analog auf der jeweils anderen Seite. Ist am Ende noch Farbe übrig, schmiere ich mir das etwas weiter runter in die Haare, achte aber darauf, dass nicht allzu viel in die Spitzen kommt. Die sind schon strapaziert genug.

 

 

Beim Färben kann es passieren, dass die Haarfarbe irgendwo dahin tropft oder schmiert, wo sie nicht hingehört. Dafür habe ich einen kleinen Tipp: Da ich mit dem Mizellenwasser von Garnier normalerweise so gar nichts anfangen kann, verwende ich es immer auf einem Pad, um die Haarfarbe auf Haut und Möbel wieder zu entfernen. Dafür funktioniert das Zeug wunderbar!

Schritt 3 | Auswaschen & Pflege
Je nach Packungsbeilage muss die Farbe eine gewisse Zeit im Haar bleiben, danach wasche ich sie zunächst nur mit Wasser aus und danach noch einmal mit Shampoo, um Farbränder und verfärbte Kopfhaut ein bisschen einzudämmen.

Danach ist das wichtigste – nämlich der nervige Ansatz – schon einmal beseitigt. Allerdingst hält der schöne Glanz, den man nach dem Färben immer hat, recht schnell wieder. Vor allem (kaputte) Spitzen halten die Farbe nicht sonderlich gut. Um aber weitere Strapazen zu vermeiden, töne ich die Spitzen großzügig nach.

Das Tönen

Dafür verwende ich je nach Laune Fire und/oder Poppy Red von Directions. Fire ist etwas heller, Poppy Red glänzt mehr – daher mische ich oft. Außerdem gibt das „natürliche“ Farbschwankungen im Haar, die ich sehr mag. Die sieht wahrscheinlich eh keiner außer mir, aber das ist mir auch egal.
Die Vorbereitungen sind ähnlich wie beim Färben. Das Prozedere beim Tönen ist aber ein bisschen anders.

Schritt 1 | Haare waschen
Vor dem Tönen wasche ich meine Haare meist mit einem Tiefenreinigungsschampoo, um die Haare möglichst frei von Schmutz, aber auch von Pflegemitteln zu bekommen. Die Tönung legt sich nämlich entgegen der Haarfarbe vornehmlich nur äußerlich ums Haar. Ist das Haar also voll von anderem Zeug, hält die Tönung weniger lang. Du brauchst dazu nicht das teure von Directions selbst – das blaue Tiefenreinigungsschampoo von Belea reicht meiner Erfahrung nach vollkommen.

 

 

Schritt 2 | Finger in den Topf
Diesmal gehe ich keinen Umweg über Schüssel und Pinsel, sondern patsche gleich mit den behandschuhten Fingerchen in den Farbtopf.
Aber Achtung! Entgegen jeglicher Intuition ist die Haartönung von Directions viel schwieriger wieder abzukriegen als Haarfarbe! Deswegen schützt alles vor möglichen Tropfen!
Auch hier trenne ich wieder die Haare grob am normalen Scheitel ab. Diesmal mache ich aber keinen Zopf, sondern hole mir die Haare nach vorne. Ich fange bei den Haaren am Hinterkopf an, nehme mir eine kleine Strähne und schmiere so hoch wie nötig, so niedrig wie möglich, die Spitzen mit Tönung ein. Die Directionstönung ist super ergiebig, d.h. man braucht wirklich nicht viel Farbe dafür. Die vollgeschmierte Strähne, werfe ich mir dann einfach auf den Rücken. So kann ich super unterscheiden, wo schon Farbe dran ist und wo nicht. Zum Einwirken mache ich mir dann einen Dutt und warte min. 15 Minuten.


Schritt 3
| Auswaschen
Hier verwende ich nur klares Wasser, ohne Schampoo o.ä., denn ich will ja die Tönung nicht gleich wieder Auswaschen.
Auch hier sei aber wieder vor der Hartnäckigkeit der Tönung gewarnt! Benutze auch zum Auswaschen lieber Handschuhe, andernfalls sind die Hände am Ende eben pink. Passe in diesem Zuge auch auf, dass Du nicht allzu sehr spritzt, denn auch Flecken an Fliesen oder Rillen gehen nur schwer wieder weg.

Färbst Du selbst auch? Wenn ja, mit welcher Haarfarbe?

Hört jetzt besser wieder der Vorlesung zu.
– missmoere

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